Siegerpose beim Zieleinlauf: Sebastian Kienle triumphierte beim „Ironman“ auf Hawaii.

Kienle ist IRONMAN-Weltmeister 2014

KAILUA KONA/KNITTLINGEN. Der Triathlonsport hat einen neuen Helden: Sebastian Kienle, der in Knittlingen aufgewachsen ist, hat den „Ironman“ auf Hawaii gewonnen und sich damit auch die Weltmeisterkrone über die Langdistanz aufgesetzt. Durch diesen Triumph ist er endgültig in die Riege der Weltklasse-Triathleten aufgestiegen und findet sich in einer Reihe mit den deutschen Ironman-Siegern Norman Stadler, Faris Al-Sultan und dem Bruchsaler Thomas Hellriegel wieder.
„Ich will den Ironman auf Hawaii gewinnen“, hatte Kienle 2012 in einem Gespräch mit der Brettener Woche selbstbewusst verkündet. Jetzt ist für den Vorjahres-dritten ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Überglücklich und völlig ausgepumpt kam der 30-Jährige nach acht Stunden, vierzehn Minuten und 18 Sekunden ins Ziel. Die Reaktionen im Netz ließen nicht lange auf sich warten: „Verneige mich vor der Leistung und deinem Willen“, „Großer Kampf, großes Rennen, Respekt!“ und „Herr Kienle, Sie sind der Oberwahnsinn. Danke für die geile Nacht“ sind nur drei von unzähligen Glückwünschen, die Nutzer auf der Facebook-Seite des neuen „Mannes aus Eisen“ hinterlassen haben.
Dabei hatte er nur wenige Wochen zuvor, nach dem enttäuschenden 18. Platz bei der 70.3-WM in Kanada, einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Sein eigener Anspruch und seine Leistung waren noch nie so weit auseinander gelegen – eine völlig misslungene Generalprobe. Dass Kienle sich wieder gefangen hat und hochkonzentriert an seinem Traum arbeitete, zeichnet ihn als echten Siegertypen aus.   
Knittlingens Bürgermeister Heinz-Peter Hopp, der Kienle schon lange kennt, ist stolz auf den Top-Athleten: „Der Mann strahlt eine unglaubliche Energie aus. Mich haben immer wieder seine Willenskraft und seine Beharrlichkeit, mit der er auf dieses Ziel hingearbeitet hat, überrascht. Er ist ein Vorbild für alle Sportler, besonders für die Jugend.“ Auch dass sich Kienle als absoluter Gegner des Dopings ausgesprochen hat, habe Hopp imponiert. „Es ist einfach toll, dass er mit ehrlichen Mitteln Leistungssport betreibt und sein Ziel erreicht hat.“ Als es nicht so gut für Sebastian Kienle lief, habe Hopp ihm eine E-Mail mit dem motivierenden Leitspruch „wo ich bin, ist oben. Und wenn ich einmal unten bin, dann ist unten eben oben“ geschickt. Ende Oktober sei für den Studenten ein Empfang in Mühlacker geplant, wo er mit seiner Freundin lebt.   
Sebastian Kienle selbst war nicht zu erreichen, über Twitter veröffentlichte er aber das Foto einer eindrucksvollen Schokoladen-Skulptur mit einem für ihn typisch humorvollen Kommentar: „Zwei Kilogramm leckere Schokolade, jetzt ist es an der Zeit, an meinem Gewicht für die Winterpause zu arbeiten.“

Quelle: Brettener Woche